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Datum
29. Juni 2026
Lesezeit
5 Minuten

Von der Idee zur Wirkung

Wie Leichtbau-Achsen Innovation bei VTG in Bewegung bringen.

Bei VTG bedeutet Innovation nicht, Trends hinterherzulaufen. Es geht darum, dort einen echten Unterschied zu machen, wo es am meisten zählt – für unsere Kunden, unsere operativen Abläufe und unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Das Projekt „Lightweight Axle“ (LwA), das in enger Zusammenarbeit mit Siemens Mobility entwickelt wurde, ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie unsere FOCUS Strategie durch greifbare, wirkungsstarke Innovation zum Leben erweckt wird.

FOCUS fordert uns, unsere Wertschöpfungskette genau zu betrachten und eine zentrale Frage zu stellen: Wo können wir den größten Impact erzielen? Eine klare Antwort ist in der Instandhaltung und innerhalb dessen der Radsatz. Als kostenintensivste Komponente über den gesamten Lebenszyklus eines Güterwagens hinweg hat jede Verbesserung hier eine überproportionale strategische Relevanz. Genau hier setzt die Leichtbau Radsatz an. Durch das Neudenken eines langen etablierten Bauteils erschließen wir Effizienzgewinne, die weit über inkrementelle Optimierung hinausgehen.

Konventionelle Radsätze basieren auf einer massiv geschmiedeten Achse, auf die die Räder aufgepresst werden. Die Leichtbau-Achse verfolgt einen anderen Ansatz: eine nahtlose Stahlrohraachse mit verschraubten Radverbindungen. Das Ergebnis ist ein deutlich leichteres System – rund 600 bis 800 kg weniger pro Wagen.

Den Radsatz und das System dahinter neu denken

Was zunächst wie ein technisches Detail klingt, entfaltet schnell systemweite Vorteile:

Innovation lebt von starken Partnerschaften

Bahnbrechende Innovation entsteht selten im Alleingang. Deshalb sucht VTG gezielt strategische Partnerschaften, die komplementäre Stärken vereinen.

Siemens Mobility ist ein anerkannter Technologieführer im Hochgeschwindigkeits-Personenverkehr – einem Umfeld mit extrem hohen Anforderungen an Sicherheit, Leichtbau, Energieeffizienz und Langlebigkeit. Die Leichtbau-Achse wurde ursprünglich für dieses anspruchsvolle Umfeld entwickelt. Aufgrund langer regulatorischer Zeiträume im Personenverkehr bietet der Güterverkehr jedoch den idealen ersten Anwendungsfall.

VTG konnte genau das bieten, was Siemens benötigte: eine große Flotte, tiefgehende Instandhaltungsexpertise und eine klare Bereitschaft zur Innovation. Nach ersten Kontakten auf Branchenveranstaltungen im Jahr 2021 intensivierten sich die technischen Gespräche und entwickelten sich bis zum Sommer 2023 zu einer strukturierten Zusammenarbeit – zu einem Zeitpunkt, an dem VTG die Entwicklung noch aktiv mitgestalten konnte.bietet der Güterverkehr jedoch den idealen ersten Anwendungsfall.

Das Ergebnis ist eine Partnerschaft mit strategischer Tiefe:
• Lieferung von 120 vollständig zugelassenen Radsätzen inklusive aller Entwicklungsnachweise
• Rolle von VTG als bevorzugter Entwicklungs- und Referenzpartner mit Vorteilen in zukünftigen Entwicklungsphasen und Versorgungssituationen
Diese Zusammenarbeit zeigt, wie FOCUS und Innovation zusammenspielen: zielgerichtet, pragmatisch und wertorientiert.

Innovation aus dem Unternehmen heraus getrieben

Wichtig ist: Dieses Projekt entstand nicht extern, sondern innerhalb von VTG. Der Ausgangspunkt lag im Bereich Technical Innovation, wo neue Technologien kontinuierlich identifiziert, bewertet und vorangetrieben werden.


Vor dem Start wurde die Leichtbau-Achse umfassend von interdisziplinären Teams bewertet – ein Beispiel für gelebte Collaboration, bei der technische, sicherheitsrelevante und wirtschaftliche Perspektiven zusammengeführt wurden. Zu den zentralen Beteiligten gehörten:

Safety Systems

Safety Maintenance

Wheelset Management

Wheelset Workshop Brühl

Nach der Freigabe durch die Geschäftsführung wurde das Projekt zu einer konzernweiten Initiative mit klarer Governance ausgebaut. Das Funding Management stärkte den Aufbau zusätzlich und führte zu einer außergewöhnlichen Förderquote von 50 %, die deutlich über vielen vergleichbaren Innovationsprojekten liegt.

Der nächste Schritt: Validierung und Skalierung

Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Im Jahr 2027 werden die Leichtbau-Achsen geliefert und in rund 27 Wagen eingebaut. Anschließend folgt eine dedizierte Phase der technischen und wirtschaftlichen Validierung. Ziel ist klar: die identifizierten Vorteile zu bestätigen und die Grundlage für eine Entscheidung über den Serieneinsatz zu schaffen.

Parallel dazu optimiert Siemens die Produktionskosten, um die langfristige Wirtschaftlichkeit sicherzustellen. Bei VTG arbeitet Technical Innovation bereits am nächsten Hebel – der Optimierung der Radscheibenauslegung, um sie vollständig auf die verlängerten Wartungszyklen der LwA abzustimmen und weiteres Verfügbarkeitspotenzial zu erschließen.

So wird aus einer Idee ein echter Beitrag – und so gestaltet VTG die Zukunft des Schienengüterverkehrs aktiv mit.

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