Scharfe Kanten, Rost und Verletzungsrisiko für Hunde: Zahlreiche Hundezwinger des Hamburger Tierschutzvereins mussten erneuert werden. Unterstützung kam von den Auszubildenden von VTG RailTrain.
von Andre Grote, Ausbildungsleitung VTG RailTrain
Bereits im vergangenen Jahr unterstützten die Auszubildenden von VTG RailTrain den Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V., mit einer provisorischen Rollstuhlrampe und dem Ersatz zweier defekter Fahrradständer. Das positive Feedback und die große Wertschätzung seitens des Vereins machten Eindruck.
“Die Arbeiten sowie das tolle Feedback, das wir vom Tierschutzverein für unsere Arbeiten im letzten Jahr erhalten haben, haben das Selbstvertrauen der Auszubildenden gestärkt und sie dafür begeistert, sich weiter zu engagieren“, sagt Ausbildungsleiter Andre Grote. „Deshalb habe ich Kontakt zu Herrn Remers, dem Leiter für Handwerk und Haustechnik, aufgenommen, um mich nach weiteren berufsspezifischen Arbeiten für unsere Azubis zu erkunden.“
Verletzungsgefahr für Hunde beseitigen
Schnell zeigte sich Handlungsbedarf: Insgesamt 21 Hundezwingertüren waren durch jahrelange Witterungseinflüsse und die tägliche Reinigung mit Wasser stark korrodiert. An vielen Türen haben sich dadurch gefährliche scharfe und spitze Kanten gebildet, bei denen sich die Hunde leicht verletzen konnten. Einige der Türen sind bereits seit mehr als 50 Jahren im Einsatz.
Eine schnelle Lösung war gefragt! Allerdings stellte die Reparatur die Auszubildenden vor eine besondere Herausforderung. Gerade vor den Sommerferien sowie nach Weihnachten sind die Kapazitäten des Tierheims besonders stark ausgelastet und nahezu jeder Zwinger wird benötigt: „Wir standen vor dem Problem, Türen reparieren zu wollen, die in der Vorurlaubszeit bitter benötigt werden“, erklärt Andre. „Vor Urlaubszeiten und nach Weihnachten werden leider noch immer häufig Tiere ausgesetzt oder zurückgegeben.“
Beschädigte Tür mit spitzen verrosteten Kanten.
Ceng-Esad Ulas und Marcel Kromm beim Einsetzen der reparierten Tür.
Clevere Lösung für den laufenden Betrieb
Um die Zwinger während der Reparatur weiter nutzen zu können, entwickelten die Auszubildenden eine provisorische Zwingertür. Diese wird während der Instandsetzung in der VTG RailTrain Werkstatt eingebaut und anschließend wieder durch die originale Tür ersetzt. Quer durch alle Ausbildungsjahre waren bislang 13 RailTrain´er an den Arbeiten beteiligt.
Die Auszubildenden organisieren die Arbeiten dabei weitgehend selbstständig. Gemeinsam mit den Tierpflegerinnen und Tierpflegern begutachten sie die beschädigten Türen, bauen diese aus und setzen die provisorische Tür ein. Anschließend wird die defekte Tür in der Werkstatt instandgesetzt. Beschädigte Bauteile werden ersetzt, der Korrosionsschutz erneuert und die Tür schließlich wieder vor Ort eingebaut.
Hund hinter der von RailTrain gebauten provisorischen Tür.
Praxisprojekt mit Mehrwert
Schweißausbilder Abdulai Jallah begleitet die Arbeiten in der Werkstatt. Für ihn bietet das Projekt wertvolle Praxiserfahrung für die Auszubildenden: „Das Schöne an diesem Auftrag ist, dass er sehr viele Kernqualifikationen des Konstruktionsmechanikers abdeckt, die auch vom Rahmenplan der Azubis gefordert sind“, so Abdulai. „Von Kundenkontakt, über das Trennen und das Fügen von Metall, bis hin zur Qualitätskontrolle vor Ort.“
„Mir macht die Arbeit für den Tierschutzverein extrem viel Spaß“, sagt Sinar Kumar, Azubi im 2. Ausbildungsjahr. „Ich kann mich bei dieser Arbeit mit meiner Lieblingstätigkeit, dem Schweißen, einbringen und meine Freude über die getane Arbeit mit den Tierpflegern teilen. Man merkt, dass ihnen das Wohl der Hunde am Herzen liegt.“
Von oben nach unten: Marcel Kaplan beim Schweißen der Türunterkante, Maße nehmen und Sinar Kumar nach getaner Arbeit.
Zusammenarbeit mit Zukunft
Die Arbeiten an der Hundezwingeranlage befinden sich zwar bereits auf der Zielgeraden, für die Beteiligten steht jedoch fest, dass dies nicht das letzte gemeinsame Projekt gewesen sein soll. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen VTG RailTrain und dem Hamburger Tierschutzverein soll auch künftig fortgesetzt werden.
„Die Arbeit der Auszubildenden kommt direkt unseren Tieren zugute. Gleichzeitig können wir Spendengelder, die wir nicht für Reparaturen einsetzen müssen, in andere wichtige Aufgaben des Tierschutzes investieren.“ – Mario Remers
Der Hamburger Tierschutzverein finanziert einen Großteil seiner Arbeit über Spenden und bietet zudem ein buntes Potpourri an Ehrenämtern an.
Mehr Informationen findet ihr hier.